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Aufmerksamkeit: Leistung bei Vor- und Grundschulkindern

aufmerksamkeit

Was ist eigentlich Aufmerksamkeit?

Aufmerksamkeit ist die Fähigkeit, sich aus umgebenden Reizangeboten auf einen Reiz oder einzelne Reize zu fokussieren, diese wahrzunehmen, zu filtern und die Konzentration darauf aufrechtzuerhalten sowie ablenkende oder unwichtige Faktoren auszublenden. Diese Fähigkeit entwickelt sich abhängig von den eigenen Lebensumständen, den mitgegebenen Genen sowie den Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen. Die Aufmerksamkeitsleistung wird u. a. beeinflusst von der geistigen und körperlichen Vigilanz, auch Wachheit genannt. Vigilanz bedeutet, wie bereit oder wach sind wir, Reize wahrzunehmen und wie schnell reagieren wir darauf.

Aufmerksamkeit gleich Konzentration?


Im Prinzip ja! Die Konzentration stellt nur einen Teil der Aufmerksamkeit dar. Das bedeutet wir konzentrieren uns auf eine Sache und halten die Aufmerksamkeit darauf aufrecht, d. h. Konzentration ist die Dauer der Aufmerksamkeit. Ist ein Kind nicht aufmerksam, kann es sich auch nicht konzentrieren. Die Aufmerksamkeitsspanne wird normalerweise länger, umso älter das Kind wird. Folgende Angaben zur Konzentrationsspanne sind als Richtwerte zu sehen: 3-jährige Kinder ca. 5 -7 Minuten, 4-jährige Kinder ca.10 Minuten und 5-7-jährige Vor- und Grundschulkinder ca. 15 Minuten.

Aufmerksamkeitsleistungen bei Vor- und Grundschulkindern


Im Übergang von Vorschulkindern zu Grundschülern steigert sich die Fähigkeit, sich zu konzentrieren. Die Kinder müssen also in der Lage sein, Anweisungen zu verstehen, Erklärungen zu folgen, eigene Gedanken zu formulieren, etwas zu beschreiben sowie nicht nur eigene Fähigkeiten zu entdecken und weiterzuentwickeln, sondern auch neue hinzuzulernen. Dabei wird erwartet, dass das Kind dabei länger still sitzen und innerhalb einer großen Gruppe Gleichaltriger sich angemessen verhalten kann.


Ferner steht die Aufmerksamkeit mit all dem im Zusammenhang, denn das Kind muss seine Aufmerksamkeit der Aufgabe oder Situation entsprechend steuern können.
Verschiedene Formen der Aufmerksamkeit:


– Vigilanz (Daueraufmerksamkeit)
– fokussierende Aufmerksamkeit
– selektive Aufmerksamkeit
– auditive Aufmerksamkeit
– visuelle Aufmerksamkeit

Die unterschiedlichen Aufmerksamkeitsformen


Vigilanz ist unsere Wachheit, unsere Bereitschaft für Reize.
Fokussierte Aufmerksamkeit bedeutet, diese auf einen Reiz zu richten, also zu fokussieren.
Bei der selektiven Aufmerksamkeit wird sie auf einen bestimmten Reiz unter anderen Reizen oder auf eine bestimmte Tätigkeit trotz ablenkender oder störender Faktoren gerichtet.

Aufmerksamkeit


Auditive Aufmerksamkeit ist die Fähigkeit zur Selektion auditiver Reize sowie Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit auf akustische Signale. Fortführend verarbeitet und enkodiert das Gehirn diese akustischen Signale (auditive Verarbeitung).


Visuelle Aufmerksamkeit ist die Fähigkeit, optische Reize wahrzunehmen, zu selektieren und entsprechend zu verarbeiten. Bei welcher Aufmerksamkeitsform bei dem Kind elementare Schwierigkeiten bestehen, kann eine umfassende Diagnostik analysieren.

Typische Verhaltensweisen bei einer Aufmerksamkeitsstörung


– Das/dem Kind:

  • zeigt immer eine unterschwellige motorische Unruhe, Hände sowie Füße sind ständig in Bewegung, es kann nicht still sitzen
  • fällt es schwer, sich an Regeln zu halten
  • kann schwer abwarten, bis es an der Reihe ist, ist vorlaut und unterbricht oft.
  • fordert übermäßig viel Aufmerksamkeit von ErzieherInnen oder Eltern, meist verbunden mit motorischem Überschwang
  • redet oft zu laut
  • kann nicht zuhören
  • wechselt sehr schnell von einer Aktivität zur anderen
  • reagiert oft impulsiv sowie überschießend
  • benötigt für das Erledigen von Aufgaben/Hausaufgaben übermäßig viel Zeit. – Das Kind verfügt meist über eine überschießende und blühende Fantasie
  • je interessanter Sachen sind, mit denen es sich beschäftigt, umso länger die Kontentrationsspanne
Tipps zur Steigerung der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistung

Hier einige Beispiele für Erste Maßnahmen mit Fokus auf Vor- und Grundschulkindern, die man Zuhause umsetzen kann:


– Man sollte für ausreichend erholsamen Schlaf von mindestens 8h sowie möglichst gleichbleibender Zubettgeh-Zeit sorgen. Auch ein Mittagsschläfchen ist nicht verkehrt.
– Ausreichend frische Luft im Zimmer durch regelmäßiges Lüften fördert die Konzentrationsfähigkeit ebenso wie viel aktive Bewegung an der frischen Luft.
– Soll das Kind sich auf etwas konzentrieren, dann sollten ablenkende Reize minimiert oder sogar vermieden werden, d. h. was für die gestellte Aufgabe nicht benötigt wird, wird weggeräumt.
– Der Arbeitsplatz/Schreibtisch sollte mit genügend und gutem Licht ausgestattet sein, das keinen lästigen Schatten wirft. Also die Lichtquelle bei Linkshändern von rechts und bei Rechtshändern von links.
– Auch die richtige Ernährung und Flüssigkeitszufuhr kann die Konzentration positiv beeinflussen. Gesund, vitaminreich und ausgewogen, das Trinken weniger zuckerhaltiger Getränke- das ist auch hier wie anderswo eine gute Zauberformel.
– Generell helfen gezielte Konzentrationsübungen wie puzzeln, malen, malen nach Zahlen, Auffädeln usw. Auch kleine Handlungsanweisungen im Alltag unterstützen die Konzentrationsleistung wie den Tisch alleine decken, den Einkaufszettel merken sowie beim Abwaschen/abtrocknen helfen etc.
– Unbedingte Vermeidung von Stress und Überforderung! Es muss für das Kind genügend Zeit für Entspannung, Spiel und Erholung sein.

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